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So war es damals

Früher wurden die ersten Schwertkämpfe nicht als Sport betrieben. Es handelte sich meist um tödlichen Ernst. Der Sieger blieb am Leben und der Verlierer konnte das Gras nur noch von unten betrachten. Aus dem in Kriegen verwendeten Schwert entwickelte sich eine leichtere Waffe mit spitzer Klinge - der Degen. Er wurde hauptsächlich als Duellwaffe benutzt, wobei es das Ziel war, dem Gegner möglichst schwere Verletzungen am ganzen Körper zuzufügen. Um gut auf ein solches ernstes Duell vorbereitet zu sein, trainierte man die Fechtfähigkeiten, wobei eine leichtere an der Spitze abgestumpfte Waffe verwendet wurde, mit der man vorwiegend Treffer auf den Rumpf trainierte, da diese im Duell meist tödlich waren. So entwickelte sich das Florett. Der Säbel hingegen entstand unabhängig von den beiden anderen Waffengattungen. Seine Herkunft ist Mailand.

So ist es heute

Fechten zählt zu den olympischen Sportarten, bei der in Einzel- und Mannschafts- wettbewerben die Sieger ermittelt werden.
Bei dieser Zweikampfsportart Mann gegen Mann bzw. Frau gegen Frau wird mit dem Florett, dem Säbel oder dem Degen gefochten.

Degenfechten
In den jeweiligen Waffenarten werden national und international die Sieger bei den Schülern, den B- und A- Jugendlichen, den Junioren, den Aktiven und den Senioren ermittelt.
Im allgemeinen beginnen die Kinder im Alter von 5-7 Jahren ihre Grundausbildung mit dem Florett und spezialisieren sich erst im Alter von 12 Jahren (Übergang in die B-Jugend) auf eine der drei Waffenarten.

Florettfechten
Die Trefferanzeige erfolgt elektronisch, d.h. der eingesetzte Kampfleiter bekommt für seine Entscheidung zur Treffervergabe Unterstützung von grünen, roten oder weißen Lämpchen. Der Fechtsportler ist normalerweise komplett in weiß gekleidet, d.h. mit Schuhen, knielangen Strümpfen, einer dreiviertel langen Fechthose, einer Unterziehweste, einer Fechtjacke für den gesamten Oberkörper, einem Handschuh für die Waffenhand und der Maske, die den Kopf schützt. Seit neustem sind allerdings auch farbige Kleidungsstücke im Fechtsport erlaubt. Auch die normalerweise aus Metall gefertigte Schutzmaske, wird mit der Zeit durch Plexiglasmasken ersetzt, um den Fechtern ein besseres Sichtfeld zu verschaffen. Für die Vergleiche mit dem Florett oder mit dem Säbel ist zusätzlich eine mit Metallfäden aus Brokat durchwebte Überziehweste erforderlich. Diese begrenzt die jeweils nur gültigen Trefferflächen, d.h. wird diese Weste getroffen, leuchten rote oder grüne Lämpchen, ansonsten nur die weißen für ungültige Treffer auf.

Säbelfechten
Nach immer wieder schweren Verletzungen im Fechtsport sind die Sicherheitsvorschriften in den letzten Jahren drastisch verschärft worden. So dürfen bei nationalen und internationalen Vergleichen nur noch Klingen aus speziellem Stahl (Maraging) zum ein Einsatz kommen. Diese dürfen zudem nicht älter als fünf Jahre sein. Von diesen Klingen bricht statistisch ermittelt nur noch eine von 100 ab.
Zudem sind die Unterziehweste, die Fechtjacke und die Fechthose aus derart festem Material verarbeitet, dass eine Durchlöcherung mit der elastischen, original 1,10m langen Waffe des Gegners nicht mehr möglich ist.
Leider gab es auch in der Olympiageschichte des Fechtsportes einen besonders spektakulären tödlichen Unfall. Bei der 80-er Olympiade im Degen-Mannschaftskampf BRD gegen UdSSR brach einem deutschen Fechter der Degen ab. Der Deutsche bemerkte es nicht , stieß im Eifer des Gefechtes noch mal zu und durchbohrte seinen Gegner mit seiner Waffe, die nach dem Bruch nur noch ein "Dolch" war. Wenige Wochen später verstarb der russische Fechter an seinen schweren inneren Verletzungen.
In den Rundengefechten eines Turniers und beim Mannschaftsvergleich wird in den Einzelpaarungen auf fünf Treffer bei einer effektiven Kampfzeit von drei Minuten gefochten. Nach Ablauf der Kampfzeit ist derjenige Sieger, der aktuell nach Treffern in Führung liegt.
Beim sog. Direktausscheid und bei Achtel-, Viertel-, Halb- und Finalgefechten des Einzelklassements wird auf 15 Treffer mit einer effektiven Kampfzeit von drei mal drei Minuten bei jeweils einminütiger Kampfpause gefochten. Hat ein Fechter bei seinem Gegner zuerst 15 Treffer gesetzt oder liegt er nach vergangenen neun Kampfminuten in Führung, geht er als Sieger von der Planche. Die Fechtbahn ist 1,5 bis 2 Meter breit und 14 Meter lang, von denen jeder Kämpfer sieben Meter auf seiner Seite zur Verfügung hat. Verlässt ein Kämpfer diese Fechtbahn, wird er mit Straftreffern belegt.
Die Kommandos der Kampfleiter werden beim Fechten in Französisch gegeben. Sie haben die Möglichkeit, den Fechtern bei Regelverstößen, wie z.B. unfairem Verhalten diverse Verwarnungen und Strafen aufzuerlegen. So bedeutet eine gelbe Karte eine Verwarnung (bei leichten Verstößen), eine rote Karte einen Straftreffer (bei schweren Verstößen oder zweiter Verwarnung) und eine schwarze Karte Turnierausschluss (bei gravierenden Verstößen).

Die Waffengattungen

Der Degen als reine Stoßwaffe ist mit seinen ungefähr 750g bei einer Länge von max. 110cm (Klinge 90cm) gewichtsmäßig und somit in seiner Beherrschung die schwerste der drei Fechtwaffen. Der Treffer wird nur registriert, wenn er mit einer Stoßkraft von 750g auftrifft.

Degen mit Pistolengriff
Zu erkennen ist der Degen an der halbkugelförmigen Glocke (13,5cm Durchmesser), die eindeutig größer als die des Floretts ist , da die Waffenhand als mögliche Trefferfläche in der Normalauslage geschützt werden soll. Beim Degenfechten ist der gesamte Körper gültige Trefferfläche. Der Degenfechter braucht eine umfassende solide Ausbildung, da er beim Ausüben seiner Sportart stets versucht, den gesamten Körper des Gegners als Trefferfläche im Visier zu haben und seinen eigenen Körper zu verteidigen. Beim Degenfechten während Wettkämpfen sind Kupferbahnen besonders wichtig, da über diese sichergestellt wird, dass keine Treffer des Bodens auf dem Anzeigegerät angezeigt werden, die vom Kampfrichter fälschlicherweise als Fusstreffer gewertet werden können.

Das 500g schwere Florett ist an der kleinen Glocke zu erkennen, da die Treffläche nur den Rumpf, d.h. nicht die Arme, Beine und den Kopf umfasst und somit die Hand auch nicht dazugehört.

Florett mit Pistolengriff
Auch bei dieser Waffe handelt es sich um eine reine Stoßwaffe, deren Klinge eine nicht so starke Ausprägung, wie die des Degens aufweist. Wie der Degen ist das Florett bei einer Klingenlänge von 90cm maximal 110cm lang. Ein Treffer auf dem Anzeigegerät wird nur registriert, wenn der Druck auf die Spitze mindestens 500g beträgt.
Beim Florettfechten müssen die Treffer nach dem Angriffsrecht erkämpft werden, d.h. der zuerkannte Treffer liegt in der subjektiven Betrachtungsweise des Kampfleiters begründet. Der Kampfleiter muss hierfür gut ausgebildet, voll konzentriert und neutral sein, um den angezeigten Treffer auch dem wahrhaft vorgetragenen direkten Angriff oder aber dem nach Verteidigung ausgeübten Gegenangriff (Parade Riposte) zuordnen zu können.

Einen Säbel erkennt man an der halbmondförmigen Glocke. Er wird als Hieb- und Stichwaffe mit dem Ziel geführt, den gasamten Oberkörper des Gegners inklusive Kopf zu treffen und dabei, wie auch beim Florett, das Angriffsrecht auf seiner Seite zu haben.

Säbel
Der Säbel ist mit seinen maximal 105cm Länge bei einer Klingenlänge von 88cm etwas kürzer als die beiden anderen Waffengattungen und wiegt ungefähr 500g. Das Säbelfechten verlangt von dem Athleten eine sehr hohe Reaktionsfähigkeit und Schnelligkeit. Treffer werden hierbei nicht mehr nach dem Prinzip eines Stoßdruckmessers, sondern eines Beschleunigungssensors angezeigt.

Text geschrieben von Dirk Müller, Sportwart, kleinere Veränderungen durch den Webmaster

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